Leistungskürzungen treffen auch die Jungen schwer

Im Sparpaket sind 100 Millionen Franken an Einsparungen durch gekürzte Leistungen für junge Arbeitnehmende und Berufseinsteigerinnen und -einsteiger vorgesehen.

Bis zum Alter von 30 Jahren müssen Arbeitnehmende jede Arbeit annehmen, auch wenn sie anders und höher qualifiziert sind. Es ist vollkommen unsinnig, wenn junge Menschen erst mit hohem Kostenaufwand ausgebildet werden und dann Arbeit annehmen müssen, für die sie überqualifiziert sind. Das wertet ihre Berufsausbildung ab und mindert ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Und es bringt einen Lohndruck auf unqualifizierte Arbeitsstellen mit sich.

Wer seine Ausbildung beendet hat und keine Stelle findet, erhält nur noch 90 Taggelder, das sind vier Monate Arbeitslosengeld, wenn weniger als 12 Monate Beiträge eingezahlt wurden. Das ist eine erhebliche Verschlechterung, denn zuvor erhielten Ausbildungsabgänger und -abgängerinnen 1 Jahr Arbeitslosengeld. Zudem müssen sie heute noch 6 Monate warten, bevor sie überhaupt einen Anspruch haben.

Nicht nur Berufsanfänger, sondern auch junge Arbeitnehmende bis 25 Jahren müssen jetzt eine Wartezeit hinnehmen. Bei ihnen beträgt sie einen Monat. Haben sie keine Unterstützungspflicht für Kinder, dann erhalten sie noch maximal 9 Monate Unterstützung (200 Taggelder) aus der Arbeitslosenversicherung.

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Abbau der Arbeitslosenversicherung

Unsere soziale Sicherheit ist unter Beschuss geraten. Nachdem seitens einiger Politiker zunächst ein Angriff auf die Pensionskassenrenten gestartet wurde, was am 7. März von Volksseite ganz klar verhindert wurde, steht jetzt die Arbeitslosenversicherung und die Rente der AHV zur Debatte.

Aus Spargründen möchte unsere politische Führung, dass wir 600 Millionen Franken mehr für die Arbeitslosenversicherung bezahlen, aber gleichzeitig 600 Millionen Franken weniger an Leistungen erhalten sollen. Die Erklärung ist: Es ist zu wenig Geld da. Erstaunlicherweise war vor noch nicht einmal zwei Jahren genug Geld da, um 68 Milliarden in eine marode private Bank zu pumpen, weil diese “systemrelevant” wäre. Die Menschen, die dagegen in der Krise arbeitslos wurden, die scheinen nicht “systemrelevant” zu sein.

Es ist unsäglich, was hier geschieht. Banken, die sich durch Misswirtschaft in eine Pleite gewirtschaftet haben, die muss man mit Milliarden stützen. Aber Menschen, die ohne ihr Verschulden ihre Stelle verloren haben, die sind nicht unterstützenswert? Denen muss man die Leistungen noch kürzen? Das wollen wir nicht hinnehmen.