Arbeitslosenversicherung muss Schulden machen dürfen

Es ist verständlich, dass die Arbeitslosenversicherung rote Zahlen schreibt, wenn die Arbeitslosigkeit steigt. Aber das ist auch nötig, denn die Arbeitslosenversicherung stützt die Konjunktur mit mehreren Milliarden. Sobald die Wirtschaft sich erholt und wieder anzieht, Arbeitslosigkeit sinkt und Löhne steigen, erwirtschaftet die Arbeitslosenversicherung auch wieder Überschüsse.

In den 90er Jahren hatte die Arbeitslosenversicherung 8,8 Milliarden Franken Schulden, die sie innerhalb von vier Jahren wieder abgebaut hat. Der letzte Aufschwung hat nur deshalb nicht so viel gebracht, weil der Bundesrat die Einnahmen der Arbeitslosenversicherung gesenkt hat und Einkommen über 315 000 sogar vollkommen von der Beitragszahlung befreit hat. Das rächt sich jetzt. Und die Arbeitslosen sollen die Zeche für diesen Fehler zahlen. Das nehmen wir nicht hin.

Aktuelles

RSS Politik Schweiz

Unterstützer

Abbau der Arbeitslosenversicherung

Unsere soziale Sicherheit ist unter Beschuss geraten. Nachdem seitens einiger Politiker zunächst ein Angriff auf die Pensionskassenrenten gestartet wurde, was am 7. März von Volksseite ganz klar verhindert wurde, steht jetzt die Arbeitslosenversicherung und die Rente der AHV zur Debatte.

Aus Spargründen möchte unsere politische Führung, dass wir 600 Millionen Franken mehr für die Arbeitslosenversicherung bezahlen, aber gleichzeitig 600 Millionen Franken weniger an Leistungen erhalten sollen. Die Erklärung ist: Es ist zu wenig Geld da. Erstaunlicherweise war vor noch nicht einmal zwei Jahren genug Geld da, um 68 Milliarden in eine marode private Bank zu pumpen, weil diese “systemrelevant” wäre. Die Menschen, die dagegen in der Krise arbeitslos wurden, die scheinen nicht “systemrelevant” zu sein.

Es ist unsäglich, was hier geschieht. Banken, die sich durch Misswirtschaft in eine Pleite gewirtschaftet haben, die muss man mit Milliarden stützen. Aber Menschen, die ohne ihr Verschulden ihre Stelle verloren haben, die sind nicht unterstützenswert? Denen muss man die Leistungen noch kürzen? Das wollen wir nicht hinnehmen.